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Minsk 8.10.2011 Versammlung und Festnahmen

(Quelle: http://de.indymedia.org/2011/10/317800.shtml)

Hier Koennt ihr einen persoenlichen Bericht ueber die Versammlung als sozialer und politischer Protest und die damit verbundenen Festnahmen am 8.10.2011 in Minsk lesen. Minsk 8.10.2011 Versammlung als sozialer und politischer Protest – Verhaftungen.

Heute fand in Minsk, wie auch in zahlreichen anderen Staedten von Belarus eine Versammlung von Menschen statt, welche von der Belarussischen Verfassung als legal erklaert wird. Es geht darum, dass die Menschen in Belarus, welche sich mit der aktuellen politischen und sozialen Situation nicht zufrieden geben wollen, treffen koennen und gemeinsam eine Sammlung von sozialen Missstaenden entwerfen, welche sie dann von Besucher_innen der Versammlung der Regierung uebergeben.

An sich sieht es so aus, als ob es moeglich waere sich legal zu treffen, um zu protestieren, jedoch erklaerte die Regierung dieses Treffen einen Tag vorher als illegal, was in Belarus meistens so ist und letztendlich dazu fuehrte, dass die Polizei einen speziellen Platz im Park fuer die Versammlung mit Metallgittern und Eingaengen umzaeunte. An jedem Eingang standen Polizist_innen, um die Menschen zu kontrollieren und auch festzunehmen. Die Besucher_innen der Versammlung liessen sich nicht davon abschrecken, sondern begannen ihre Versammlung neben dem umzaeunten Platz. Hier waren nun ueberall Zivicops, die sich ueberall untergemischt haben, sodass es nicht moeglich war Flyer zu verteilen. Auch war hoechstwahrscheinlich der Geheimdienst (KGB) anwesend.
In Minsk wird es immer so gehandhabt, dass Menschen praeventiv festgenommen werden, wenn eine groessere politische Aktion organisiert und vorbereitet wird, sodass die festgenommenen Menschen nicht an Protesten teilnehmen koennen.

Am Freitag und Samstagmorgen bekamen schon einige Aktivist_innen Briefe in denen geschrieben stand, dass sie (am Samstag in der Zeit, in der die Versammlung stattfindet), wegen Gruenden, welche sich von Brief zu Brief unterschieden und meistens keinen politischen waren, zur jeweiligen Polizeistation kommen muessen, um ueber die Dinge zu sprechen.
Andere ca. 10 Aktivist_innen (Anarchist_innen und auch Aktivist_innen der Oppositionspartei) wurden am Samstagmorgen um 7:30 Uhr von mehreren Polizisten gesucht und festgenommen. Von den Anarchist_innen wurden alle um ca. 16:00 (also als die Versammlung vorbei war) frei gelassen.

Eine Person wird bis mindestens Montag nicht freigelassen und es wird ein Verfahren geben.

Die Situation fuer diese Person und befreundete Aktivist_innen spielte sich folgender Massen ab: “Wir wussten bereits darueber bescheid, dass es zu Praeventiven Festnahmen kommen kann. Deshalb haben wir bei einer entfernten verwandten Person von einem von uns, bei der wir nicht registriert waren uebernachtet.
Um 7:30 klopfte es sehr oft und sehr laut gegen die Wohnungstuer, bis alle aufgewacht sind und merkten, dass es sich um drei (aus denen spaeter vier wurden) Bullen handelt. Nur die Wohnungsinhaberin ging zur Tuer, um sie zu oeffnen und alle anderen blieben im Wohnzimmer und versteckten sich hinter einer kleinen Zwischenwand. Die Kleinkinder der Wohnungsinhaberin schliefen zunaechst weiter. Die Polizei hatte keinen Befehl, in dem erlaubt ist in Privatraeumen nach Personen zu suchen. Stattdessen sagten sie nur den Nachnamen und zeigten ein Foto von der einen Person von uns, nach der sie suchten. Wir hoerten aus dem Wohnzimmer, dass die Inhaberin immer wieder laut sagte, dass sie den Befehl sehen will und dass es verboten ist ohne den Befehl in ihren Privatraum einzudringen. Sie verteidigte dies sehr lautstark, aber die Cops sind einfach in die Wohnung gekommen und haben angefangen ihre Arme nach hinten zu druecken. Wir hoerten die Geraeusche der Handschellen und ihre Schreie. Wir hoerten, dass sie nun vor dem Wohnzimmer standen und hinein wollten und so ging der, nach dem sie in dem Momment suchten zu ihnen. Die Kinder wachten auf und schrien nach ihrer Mama. Wir anderen konnten nichts tun, weil wir in einem anderen Zimmer als die Kinder waren und leise sein mussten. Die gesuchte Person wurde mitgenommen. Einer der cops hat nach Alkohol gerochen (so berichtete die Inhaberin), aber die Polizei meinte spaeter, dass es sich hierbei um Knoblauch handelte, weil er erkaeltet sei…. ein Teil der Tuer ging Kaputt. Als die Polizei mit der einen Person weg war, sind wir rausgegangen und haben gleich von anderen gehoert, denen aehnliches passierte. Wir erfuhren, dass die Cops auch bei einem von den Menschen mit denen ich mich in der Wohnung der entfernten Verwandten versteckt hatte, zu Hause waren um ihn mit zu nehmen, was ihnen dementsprechend nicht gelungen ist. Wir hatten Glueck”

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