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Soli-Demo für Weißrussische Gefangene in Berlin

(Quelle: http://de.indymedia.org/2010/09/290746.shtml)

Als die Repression gegen unsere Genossinnen und Genossen bekannt wurde war eine Solidaritätsdemonstration zur weißrussischen Botschaft unvermeidlich. Diese fand dann auch Freitags statt. Cica 80 Menschen solidarisierten sich mit den Inhaftierten und von Repression betroffenen Anarchistinnen und Anarchisten in Weißrussland.

Es gab eine lautstarke Demo vom Boxi (Boxhagener Platz, zentraler Platz im Friedrichshainer “Szenekiez”) zur Weißrussischen Botschaft (im Treptower Park, in der Nähe zum Sowjetischen Ehrenmal).

Es gab streckenweise massive Vorkontrollen, selbst an Unbeteiligten. Leute trauten sich teilweise nicht auf die Demonstration, da die Polizei so massiv und martialisch im Verhältnis zur Anzahl der Versammlungsteilnehmer aufgetreten ist. Es gab jetzt aber auch keine Verhaftungen, Rangeleien, Schubsereien oder sonstiges. Nur die üblichen Unstimmigkeiten.

Flugblätter über die aktuelle Situation und den Stand der Repression wurden am Straßenrand und an Passant_Innen verteilt.

Schon im Vorfeld hatte sich der Botschafter beschwert er könne seine Mitarbeiter nicht arbeiten lassen, wenn direkt vor seiner Tür eine Demonstration sei. So musste die Berliner Polizei dann auch dafür sorge tragen daß es zu keinen Unmutsbekundungen direkt vor der Botschaft kam.

Es gab auch ein angebliches Belarussisches (also Weißrussisches) Fernsehteam (Reporterin und Kameramann) das versuchte gezielt Demoteilnehmer zu filmen und Leute zu interviewen. Mehrmals wurden diesen Provokateuren die Kamera weg geschlagen. Was die Polizei irritierte, da sie doch meinten das Fernsehteam “sei doch für euer Anliegen” da.

Die angeblichen Journalisten fragten auch immer wieder gezielt “wer das organisiert” habe. Warum die Leute da seien um gegen Weißrussland zu demonstrieren, die Gefangenen seien doch längst alle frei. Außerdem sei es laut Brüssel verboten “Lukaschenko als den letzten Diktator Europas” zu bezeichnen, wobei ihr entgegnet wurde, sie solle doch eine Anzeige bei der Polizei machen, was die dann doch nicht tat. Nur Weißrussen hätten das Recht zu demonstrieren. Sie hofften auch “Weißrussen” zu finden. Soviel zum Thema “unabhängiger Journalismus” in Weißrussland. 2003 gab es ja schon vor der weißrussischen Botschaft Proteste wegen dem “Navinki-Verbot”.

Obwohl die weißrussische TV-Presse angeblich schnell nach Hause wollte, blieben sie bis zum Schluß an der Demo dran, bis sie mit ihren Autos aus der Endkundgebung rausfuhren.

Die Demo war relativ kraftvoll, es wurde unter anderem: “Hoch die Internationale/ Antinationale Solidarität!”, “Swoboda sjem Anarchista!”, “Freiheit für alle (weißrussischen) Gefangenen!”, “One Solution – Revolution!”, “A-Anti-Anticapitalista!”, “Weißrussland – Bullenstaat – Wir haben dich zum kotzen satt!”, “Viva la Revoltion!” und viele andere mehr gerufen.

Linke Organisationen die sich solidarisierten waren unter anderem die “Redskins” von RASH. Strömungsübergreifend haben sich Leute für das Thema interessiert. Vor Ort waren tatsächlich meistens wohl Anarchist_innen. Das war an der “Schwarzen” (anarchistischen) und Schwarz-Roten (anarcho-syndikalistischen) Fahne zu erkennen war.

Es schlossen sich auch unterwegs immer wieder spontan Leute der Demonstration an, auch Russisch-Sprachige.

Es wurde auf Russisch immer wieder Lukaschenkos Reden abgespielt (Gabba-Untermalung) wo er sich positiv auf Hitler bezieht und sagt dieser sei ein wichtiger Mann gewesen und wo er sagt: “Leute mit Kritik sind ein Problem, Keine Leute Kein Problem” dann hört Mensch einen Schuß. Ein Großteil der “nichtrussisch-sprechenden” Teilnehmer_Innen wird das wohl nicht verstanden haben.

Die Polizei hatte für alle Fälle auch einen Dolmetscher dabei. Eine Zensur findet nicht statt, wohl aber eine Kontrolle.

Alles in allem also eine recht kraftvolle und mittelprächtig große Demo (für berliner Verhältnisse und der “Ferne” Weißrusslands)

bisherige Berichte zur Demonstration

http://de.indymedia.org/2010/09/290719.shtml

Indymedia Weißrussland

http://belarus.indymedia.org/

Österreichische Soliaktion

http://at.indymedia.org/node/18996

Zur Zeit sind Nicola Dedok, Alexander Frantzkewitsch, Igor Trachewitsch unter besonderer Haft. Nicola wurde verlegt und hat eine Postadresse. Menschen die es wagen Informationen über das Geschehene zu verbreiten kriegen Ärger mit den Behörden und werde teilweise gefangen genommen so wie Alexander Jaroschewitsch, Alena Dubovik und Hanna [dt. Anna] Scharnischowa am 23.September. Schon über 30 Menschen wurden zur speziellen Befragung durch das Amt gegen organisierte Kriminalität vorgeladen, ab und zu wird jemandes dann einfach dort in Haft genommen.

So eine Demonstration kann aber nur ein Anfang sein! Freiheit für alle Gefangenen! Stoppt alle Ermittlungen und Anklagen!

Posted in deutschsprachig, ex-soviet region, General.

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